Vorschau auf den 30. Powerman Zofingen

Vorschau auf den 30. Powerman Zofingen (31. August bis 2. September 2018)
Jubiläum, neue Strecke, Top-Athleten und Weltrekordversuch
Der 30. Powerman Zofingen wird ein Feuerwerk werden. Einerseits steht da der 30. Geburtstag mit verschiedenen Jubiläumsaktivitäten an. Andererseits wartet das WM-Rennen am 2. September mit einer neuen Lauf- und Radstrecke auf. Die insgesamt drei Laufrunden führen neuerdings auch durch das Stadtzentrum, ebenso die neue Radstrecke. Wegen der neuen Bewilligungspraxis im Kanton Luzern wird nun zu 90 Prozent im Kanton Aargau gefahren. Die neue Radstrecke hat zuerst eine schnelle, flache «15 Km-Schlaufe West» und dann eine sehr coupierte und anspruchsvolle «35 Km-Schlaufe Ost». Bei den Männern dürfte es von den Anmeldungen her das stärkste Rennen aller Zeiten werden, bei den Frauen ist vor allem eines angesagt – Spannung. Gleich drei Marathons absolvieren dürfte Freddy Nock. Der weltberühmte 53-jährige Hochseilartist aus Uerkheim startet am 1. September um 12 Uhr mittags, gleich neben der Powerman-Arena, zu seinem 25-Stunden-Weltrekordversuch auf dem Todesrad.

Am 2. September 2018 gibt es in Zofingen erneut ITU Powerman Long Distance Duathlon World Championships. Dass die ITU (International Triathlon Union) und die IPA (International Powerman Association) diese nach 1997, 1998, 1999, 2011, 2012, 2013, 2014, 2015, 2016 und 2017 nun schon zum elften Mal, notabene zum achten Mal in Serie, nach Zofingen vergeben, ist einmalig für den Triathlon- und Duathlon-Sport. Eine neue Herausforderung steht den Athletinnen und Athleten aus rund 40 teilnehmenden Nationen bevor. Die Radstrecke wird neu und noch anspruchsvoller sein. Zudem passieren sowohl die Rad- als auch die Laufstrecke erstmals die malerische Innenstadt Zofingens.

Neue Bewilligungspraxis

Ausgelöst hat die Streckenänderung die neue Bewilligungspraxis der Luzerner Polizei. «Deren zwingende Auflage, ein Rennen nur bei einer kompletten Streckensperrung zuzulassen, hat keine WM-würdige Strecke im Raum der bisherigen Strecke hervorgebracht», bedauert Stefan Ruf, OK-Präsident des Powerman Zofingen. Sämtliche Varianten mussten verworfen werden, so dass das OK im Frühjahr schweren Herzens die bisherige Strecke, welche seit der 3. Austragung 1991 gefahren wurde, aufgeben musste. «Dank der Unterstützung der Aargauer Behörden kann nun aber eine absolut WM-würdige neue Radstrecke grossmehrheitlich durch den Kanton Aargau angeboten werden.» Unverändert ist der Charakter der Strecke, 50 Kilometer pro Runde mit ziemlich genau der gleiche Höhendifferenz von 650 m pro Runde wie bisher. Im WM-Rennen wird die Runde, welche von Zofingen zuerst Richtung Westen führt, wiederum dreimal befahren. War der Abschnitt Vordemwald bisher der letzte Teil, so wird dieser nun genau umgekehrt befahren und die „Schleife“ wird eine erste kleine Zäsur bringen, bevor es von Vordemwald dann via Rothrist zurück ins Gebiet Zofingen Richtung Mühlethal auf den östlichen Teil der Runde geht. Ruf: «Dieser wurde teilweise bereits 2006 befahren. Das streckentechnische Highlight wird sicherlich der Anstieg über Reitnau und die Abfahrt Wiliberg sein, bevor es über Reiden zurück nach Zofingen geht.»

Neue Chancen

Die Verlegung in den Aargau, pünktlich zum 30-jährigen Anlass, bietet dem Anlass, der einer von acht Aargauer Top-Sport-Anlässen ist, viele neue Chancen. Ruf: «Wichtige Gemeinden wie Rothrist oder Schöftland sind neu Streckenbestandteil. Neben dem Wiggertal werden nun auch das Ürketal und das Suhretal befahren. Mit Mühlethal und Reitnau-Wiliberg werden zwei der schönsten Übergange im westlichen Kantonsteil überquert und damit auch Möglichkeiten für neue Stimmungsnester geschaffen.» Das OK lege alles daran, eine optimale Streckensicherung und eine umfassende Anwohnerinformation sicherzustellen, damit den Athleten ein unfallfreies Rennen und den Anwohner möglichst wenig Einschränken auferlegt werden und bedankt sich gleichzeitig, bei sämtlichen Gemeinden, die nun das erste Mal befahren werden und auch den bisherigen für das Verständnis und die Unterstützung.

Laufstrecke angepasst

Auf Grund der neuen Radstrecke kann jetzt auch die zweite Laufstrecke, wie schon länger geplant, durch die Zofinger Altstadt geführt werden. «Waren es viele Jahre zwei Runden und letztes Jahr sogar wegen den Unwetterschäden vier, so sind es nun neu drei Runden, die auf einer 5 Km langen Wendepunktstrecke gelaufen werden», so Ruf. Nach dem Verlassen der Powerman-Arena geht es zuerst zum Wendepunkt 1 beim Thutplatz und dann wiederum durch die Arena zum Wendepunkt 2 auf dem Heitere. Zurück in der Arena sind dann die ersten 10 von insgesamt 30 Km absolviert. «Lediglich marginale Änderungen erfährt der erste Lauf, der nun mit 9,5 Km 300 m länger als bisher ist, was einer neuen separaten Startzone zu verdanken ist.» Laut Ruf bricht mit den neuen Strecken auch ein neues Kapital in der Geschichte des Powerman Zofingen an. «Wir freuen uns, den Teilnehmenden aus rund 40 Nationen eine weiterhin sehr anspruchsvolle und doch schnelle Strecke anbieten zu können und damit die Chancen auf die Auftragung der WM in Zukunft aufrecht zu erhalten und gar noch verbessern zu können.»

Die Favoriten

Bei den Männern wird der Kampf um den WM-Titel dazu führen, dass der 30. Powerman Zofingen das qualitativ beste Rennen aller Zeiten mit sich bringen dürfte. Mit dem Vorjahressieger Maxim Kuzmin (RUS), dem Belgier Seppe Odeyn (Sieger 2016) und dem Franzosen Gaël Le Bellec (Sieger 2015 und 2014) sind die Weltmeister der vergangenen vier Jahre alle am Start. Sie alle haben ein klares Ziel: «Beim 30. Powerman Zofingen zuoberst aufs Podest steigen!» Nur, dieses Ziel hat auch der aktuelle Weltranglistenerste, der 34-jährige Däne Søren Bystrup: «Zum Abschluss meiner Elite-Karriere will ich in Zofingen nach viermal Platz 3 nun endlich den WM-Titel holen!» Mehr noch: Zusätzlich dank Felix Köhler (GER) und Yannick Cadalen (FRA) sind sogar alle WM-Medaillengewinner der letzten vier Jahre in der Thutstadt am Start. Von den Top-Acht der Weltrangliste fehlt einzig der Australier Matt Smith. Bestklassierter Schweizer ist dabei Fabian Zehnder auf Platz 8. «Einen Platz unter den Top-Acht ist dann auch mein Ziel für dieses Jahr in Zofingen, so der 31-jährige Wädenswiler. Der Schweizer Duathlon-Nationalmannschaftstrainer Sami Götz schickt von seinem Kader nebst Zehnder auch noch Rolf Wermelinger, Marc Widmer, Jens Gossauer, Andreas Kälin, Ramon Krebs und Roberto Delorenzi ins Rennen. «Nebst einigen erfahrenen Duathleten sind auch viele neue, sogenannte Quereinsteiger und auch junge Athleten am Start, welche über ein grosses Potenzial verfügen. Ich erhoffe mir beim Jubiläum in Zofingen eine tolle Wettkampfstimmung und viele Zuschauer am Streckenrand.» Und da wäre da noch Ronnie Schildknecht, der nach seinem Langstreckendebüt im Jahre 2002 (Platz 6) in Zofingen (endlich) sein Comeback gibt: «Ich freue mich enorm, am 2. September nach Hause zu kommen und dort einen Sieg zu feiern wäre schön.»

Schildknecht goes Zofingen

Jubelsprünge macht auch Ruf: «Es freut mich sehr, dass mit Ronnie Schildknecht der erfolgreichste Schweizer Langdistanzathlet der letzten Jahre in Zofingen startet. Als neunfacher Sieger des Ironman Zürich könnte er mit Zofingen den 10. grossen Sieg in der Schweiz realisieren.» Schildknecht werde aber auf starke Konkurrenz treffen, angeführt vom amtierenden Europameister und Weltranglistenersten Bystrup. «Der Däne dürfte vor allem auf dem Rad einer der ganz wenigen im Feld sein, die Schildknecht Paroli bieten können.» Schildknecht startet, nach kurzer Erholungszeit, dann übrigens auch noch am 13. Oktober am Ironman Hawaii, der inoffiziellen Triathlon-WM.

Pooley’s Start gefährdet

«Eine neue Weltmeisterin wird es wohl bei den Frauen geben», lässt Ruf aufhorchen. «Schade kann Emma Pooley, die beim Powerman Zofingen mit vier Siegen in Serie zuletzt neue Massstäbe gesetzt hat, verletzungsbedingt wohl nicht starten. Die im Kanton Zürich wohnhafte Britin ist aber so oder so am Powerman-Wochenende in Zofingen, allenfalls dann halt als VIP.» Pooley selbst sagt: «Höchstwahrscheinlich kann ich am 2. September nicht starten. Seit zwei Monaten kann ich wegen einer Verletzung nicht laufen. Sogar locker joggen kann ich noch nicht ohne Schmerzen, trotz einer kompletten Pause vom Laufsport. Dies ist für mich natürlich sehr frustrierend, noch mehr, weil ich deswegen in Zofingen keine Titelverteidigung versuchen kann. Der Powerman Zofingen ist in den letzten vier Jahren ein Highlight meiner Saison geworden.» Ruf erwartet bei den Frauen deshalb nun ein völlig offenes Rennen mit guten Chancen für das starke Schweizer Team, bestehend aus Nina Brenn (Vize-Weltmeisterin 2016), Melanie Maurer (aktuelle Vize-Europameisterin an der ETU Powerman Mitteldistanz-Europameisterschaft in Vejl, Dänemark), Nina Zoller, Maja Jacober (Powerman Zofingen-Dritte 2008, 2007 und 2006), Daniela Schwarz, Martina Krähenbühl und Kathrin Saly-Graf. «Bei den Frauen sind einige sehr erfahrene Langdistanz-Duathletinnen am Start. Nina Brenn traue ich auf jeden Fall, nach 2016, wieder eine Medaille zu», so Sami Götz. Das WM-Ziel des Schweizer Duathlon-Nationalmannschaftstrainers bei den Männern und Frauen lautet. «Mindestens eine Medaille und total drei Top-Fünf-Platzierungen.» Nachdem sie sich im letzten Jahr einen harten, spennanden Fight um WM-Silber geliefert haben, wollen sie nun heuer dieses Duell um die WM-Krone austragen: Die Weltranglistenerste und Vize-Weltmeisterin Miriam Van Reijen (NED) und die Weltranglistenzweite, WM- und EM-Bronzemedaillengewinnerin Katrin Esefeld (GER). Nebst Pooley ist von den Top-Duathletinnen einzig die aktuelle Europameisterin Sandrina Illes nicht am Start in Zofingen. «Der Powerman Zofingen ist für mich noch ein zu hartes Rennen, das ich aber liebend gerne später einmal in meiner Karriere bestreiten möchte», so die 31-jährige Oesterreicherin.

Weltrekordversuch von Freddy Nock

Bereits schon seinen 24. Weltrekord-Versuch in Angriff nimmt Freddy Nock. Der Start ist am Powerman Zofingen-Samstag, dem 1. September 2018, auf 12 Uhr mittags geplant. «Aufstellen werden wir das Todesrad mit einem Durchmesser von 9 Metern gleich neben der Wechselzone», so der 53-jährige Uerkheimer. «Danach will ich mindestens 24, bestenfalls 25 Stunden lang, ohne Unterbruch, im und auf dem Todesrad laufen.» Nock: «Man muss dabei bedenken, dass man nie geradeauslaufen kann, da es ein Rad ist.» Strapaziert werden vor allem die Fussgelenke. Aktueller Weltrekordhalter ist Nock selbst, zusammen mit Joey Kelly. «Im Rahmen des Wohltätigkeitsprogramms «RTL-Spendenmarathon 2006» absolvierte ich, zusammen mit dem Mitglied der Kelly-Family, mit 24 Stunden die längste Zeit auf einem Todesrad», so Nock. Beim erfolgreichen Weltrekordversuch am 23./24. November 2006 hatte Nock nach 13 Stunden eine erste echte Krise. «Ich wollte sogar aufhören, doch dann hat mir Joey Kelly, eine Weisheit fürs weitere Leben mitgegeben.» Kelly schaffte es, Nock mental wieder fit zu machen für die Fortsetzung des Weltrekordversuchs. «Fällt man in ein Loch, ist es wichtig, dass man die nächsten fünf Minuten übersteht, dass man quasi einfach weitermacht», so Nock. Während des gelungenen Weltrekords war Nock bei mehr als 9’000 Rotationen des Todesrades über 135 Kilometer gelaufen, was also mehr als drei Marathons entspricht. Hatte Nock mit Kelly vor zwölf Jahren nur einen Partner, wird er am 1./2. September 2018 in Zofingen gleich mehrere Partner haben. «Ich möchte mich dabei ganz herzlich bei der IWTOA WingTsun Kung-Fu D.B.-Schule Aarau bedanken, wo auch mein siebenjähriger Sohn Leo trainiert.» Nock und seine Mitläufer sind auch in diesen Tagen im Gelände der Firma Senn AG in Oftringen auf und im Todesrad tüchtig am Trainieren. Nock hat bereits sieben Einträge im Guinness-World-Records-Buch und 23 erfolgreiche Weltrekordversuche. «Ich bin zu 99 Prozent überzeugt, dass ich meinen 24. Weltrekord schaffe und freue mich schon sehr darauf, vor allem weil dieser quasi vor meiner Haustüre stattfinden wird.» Nock kennt die Powerman Zofingen-Arena zudem bestens, nahm er doch in den letzten zwei Jahren schon an der Powerman CHARITY teil, doch die ging nur über 5 Kilometer und nicht über 135 Kilometer.

Jubiläums-Programm

Eingeläutet wurde die Poweran-Zofingen-Woche am Montag, 27. August gleich mit zwei Medienkonferenzen: Zuerst mit jener von Weltrekordler Freddy Nock auf dem Gelände der Firma Senn AG in Oftringen, danach mit der offiziellen Powerman-Medienkonferenz im Rathaus Zofingen. Am Freitag, 31. August, steigt im Stadtsaal Zofingen die Eröffnungszeremonie mit der traditionellen Pasta-Party und der Startnummernabgabe an die Top-AthletInnen. Am 1. September macht der Info-Point um 9.30 Uhr auf, eröffnen die Powerman-Expo und der Velafrica-Stand (Abgabe ausgemusterter Velos) um 10 Uhr, um 12 Uhr startet Freddy Nock seinen Weltrekordversuch auf dem Todesrad neben der Powerman-Arena, um 12.15 Uhr beginnt der Family Contest13 Uhr erfolgt der Start zu den PowerKids-Rennen, um 16 Uhr ist der Start zur Powerman CHARITY um 17.30 Uhr wird die grosse Jubiläumsfeier «30 Jahre Powerman Zofingen» lanciert, unter Mitwirkung des Pop-Classic-Tenors Patrick von Castelberg, der Solo-Künstlerin Franziska Wigger, Festansprachen von Zofingens Stadtammann Hans-Ruedi Hottiger und Powerman Zofingen OK-Präsident Stefan Ruf und dem Einmarsch der Nationen. Ab 20 Uhr steigt im Stadtsaal Zofingen die Jubiläums-Party zum 3. Powerman Zofingen mit der österreichischen Partyband Wirbelwind. Der Eintritt am Samstag ist ebenso gratis wie jener am Sonntag zu den WM- und Kurzdistanz-Rennen.

Letzte Startplätze

Noch kann man sich für den 30. Powerman Zofingen vom 31. August bis am 2. September 2018 anmelden. Das Meldeportal für die Langdistanz (WM-Frauenstart am 2. September um 8 Uhr, WM-Männer-Start um 9 Uhr) wurde zwar Mitte August geschlossen, für die Kurzdistanz kann man sich auch in der Woche vor dem Wettkampf noch registrieren, sofern es noch Startplätze hat. Anmelden kann man sich weiterhin noch, auch am Eventtag für die Powerman CHARITY (neu am Samstag und dies mit Start um 16 Uhr), die PowerKids-Rennen und für den Family Contest. Dies auf der erst noch brandneuen Homepage des Powerman Zofingen www.powerman.swiss
Text: Raphael Galliker
Mehr Infos auf www.powerman.swiss und www.powerman.ch

Bildlegenden:

1.) Während der Russe Maxim Kuzmin seinen WM-Titel heuer verteidigen kann und will ist die zuletzt vierfache Seriensiegerin Emma Pooley verletzungsbedingt am 2. September wohl nicht am Start des 30. Powerman Zofingen.


2.) Die neue 50 Kilometer lange Radstrecke führt mitten durch das Herz der Stadt Zofingen, über den Thutplatz, wo Natascha Badmann, sechsfache Siegerin des Ironman Hawaii und Botschafterin des Powerman Zofingen, viele Zuschauer erwartet.

3.) Freddy Nock, der weltbekannte Hochseilartist aus Uerkheim, startet am 1. September 2018, neben der Powerman Zofingen-Arena, zu seinem 25-Stunden-Weltrekord-Versuch auf dem Todesrad.
Fotos: Raphael Galliker